Selbsthilfe im Landkreis Potsdam-Mittelmark darf nicht an der Haushaltssperre scheitern!
Fördermittel für 2026 noch immer nicht ausgezahlt – Selbsthilfegruppen können ihre Arbeit nicht verlässlich planen und müssen teilweise privat in Vorleistung gehen
Obwohl das Jahr 2026 bereits weit fortgeschritten ist, haben zahlreiche Selbsthilfegruppen aufgrund der bestehenden Haushaltssperre noch immer keine Fördermittel für das laufende Jahr erhalten. Damit fehlt den Gruppen die notwendige finanzielle Grundlage, um ihre gesundheitsfördernden und sozial unterstützenden Angebote zuverlässig durchzuführen. Die Folgen sind längst nicht mehr nur organisatorischer Natur.
Die Arbeit der Selbsthilfe ist konkret gefährdet.
Gruppentreffen, Informationsveranstaltungen, Bewegungs- und Gesundheitsangebote, Beratungsangebote, gemeinsame Aktivitäten und andere gesundheitsfördernde Maßnahmen können teilweise nicht wie geplant stattfinden. Veranstaltungen müssen verschoben oder abgesagt werden. Anschaffungen können nicht getätigt werden. Und dort, wo Gruppen ihre Arbeit trotzdem aufrechterhalten, geschieht dies teilweise durch private finanzielle Vorleistungen der ehrenamtlich Engagierten.
Das ist für ehrenamtlich getragene Selbsthilfegruppen nicht dauerhaft leistbar.
Selbsthilfe lebt vom Engagement der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Sie bietet Menschen Unterstützung, Orientierung, soziale Teilhabe und einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung. Gerade dort, wo Menschen mit chronischen Erkrankungen, Behinderungen, psychischen Belastungen oder anderen schwierigen Lebenssituationen auf Unterstützung angewiesen sind, übernehmen Selbsthilfegruppen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.
Diese Arbeit darf nicht dadurch gefährdet werden, dass Förderentscheidungen über Monate ausbleiben.
Wir haben Verständnis dafür, dass eine Haushaltssperre die öffentliche Verwaltung vor erhebliche Herausforderungen stellt. Gleichzeitig muss jedoch berücksichtigt werden, dass Selbsthilfegruppen keine Rücklagen oder finanziellen Spielräume wie größere Institutionen besitzen. Viele Angebote werden mit sehr begrenzten Mitteln und einem hohen persönlichen Einsatz ehrenamtlich Engagierter organisiert.
Wenn Gruppen gezwungen sind, ihre Aktivitäten einzustellen oder dauerhaft privat in Vorleistung gehen, besteht die Gefahr, dass Strukturen verloren gehen, die später nur schwer wieder aufgebaut werden können.
Wir fordern deshalb eine zeitnahe und verbindliche Klärung der Fördersituation für das Jahr 2026.
Insbesondere erwarten wir:
1. eine verbindliche Auskunft darüber, wann mit den Förderbescheiden und der Auszahlung der Fördermittel für 2026 zu rechnen ist,
2. eine klare Aussage darüber, ob bereits entstandene und förderfähige Kosten rückwirkend übernommen werden,
3. eine transparente Information der betroffenen Selbsthilfegruppen über das weitere Verfahren,
4. sowie eine grundsätzliche Sicherstellung, dass die wichtige Arbeit der Selbsthilfe auch unter den aktuellen haushälterischen Rahmenbedingungen nicht zum Erliegen kommt.
Es kann nicht die Lösung sein, dass ehrenamtlich engagierte Menschen über Monate hinweg die Unsicherheit über die Finanzierung ihrer Arbeit tragen müssen.
Selbsthilfe ist keine freiwillige Nebensache. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsförderung, der sozialen Unterstützung und der Teilhabe im Landkreis.
Wir appellieren daher eindringlich an die Verantwortlichen im Landkreis Potsdam-Mittelmark, die Situation der Selbsthilfegruppen kurzfristig zu klären und eine verlässliche Perspektive für die Förderung im Jahr 2026 zu schaffen.
Die betroffenen Gruppen brauchen keine weiteren unverbindlichen Aussagen, sondern Planungssicherheit und eine konkrete Entscheidung. Wir bitten daher um eine kurzfristige Stellungnahme und eine verbindliche Auskunft zum weiteren Vorgehen.