Allee der Inklunauten – Für Solidarität und Toleranz in Potsdam Mitte

Forderungen wurden am 29.08.2023 im Ausschuss für Soziales und Arbeitsförderung im Landkreis PM eingereicht.

Allee der Inklunauten – Für Solidarität und Toleranz in Potsdam Mitte

Hier sehen sie eine Frau und einen Mann

Forderungen wurden am 29.08.2023 im Ausschuss für Soziales und Arbeitsförderung im Landkreis PM eingereicht.

Die „Allee der Inklunauten“ ist ein Netzwerk aus über 30 Kooperationspartner*innen. Das Netzwerk wurde 2022 gemeinsam mit der Behindertenbeauftragten des Landkreises, der AWO Selbsthilfekontaktstelle PM und des Freiwilligendienstes PM initiiert. In diesem Bündnis finden jährliche Aktionen statt.

Initiiert durch die Beauftragte für Menschen mit Behinderung im Landkreis hat sich in der Vorbereitung ein Kreis von interessierten Akteuren im Landkreis getroffen, die sich aus ganz verschiedenen Perspektiven mit der Barrierefreiheit in unserem Alltagbeschäftigen und von Trägern der Freien Wohlfahrtspflege, insbesondere dem AWO Bezirksverband Potsdam und der USE gGmbH tatkräftig unterstützt wurden.

Über das Projekt S(ch)ichtwechsel ist es auch schon bei der Planung gelungen, einige Menschen mit Behinderungen aus dem Landkreis direkt einzubeziehen. Aus den vielfältigen Projektideen der über 40 Kooperationspartner entstand dann für den LKPM die Idee der „Allee der Inklunauten“.

Es wird ermöglicht, während einer Schicht die Sicht und somit Perspektive zu wechseln. Durch Begegnungen mit Menschen in den Werkstätten werden Einblicke in die Vielfalt der Produkte und Dienstleistungen von Menschen mit Behinderung gegeben und ein Mitwirken an den vielfältigen Arbeitsprozessen organisiert. Die Beschäftigten der Werkstätten wiederum schnuppern an diesem Tag in Berufsfelder des allgemeinen Arbeitsmarktes und lernen ein Unternehmen / eine Institution für einen Tag näher kennen.

Für diese Aktionswoche wurde zunächst im Gebäude der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark im Papendorfer Weg 1 in Bad Belzig die Ausstellung "Wir sind Kreismeister" der Landesarbeitsgemeinschaft der Selbsthilfekontaktstellen LAGS Brandenburg e.V. präsentiert. Ziel der Ausstellung war es, u.a. den Abbau von Vorurteilen gegenüber Selbsthilfegruppen (das typische Bild vom "Stuhlkreis") und dadurch den Zugang zur Selbsthilfe zu erleichtern.

Die zahlreichen Roll-Ups dokumentierten eine große Breite und Vielfalt an persönlichen Erfahrungsberichten und zeigten die Chancen und Möglichkeiten der Selbsthilfe. Mit ihren Geschichten machen die Protagonisten anderen Mut, selbst den entscheidenden Schritt zur Selbsthilfe zu gehen und zeigen wie Selbsthilfe das eigene Leben bereichern kann.                    

Das Netzwerk gestaltete um den europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 05.05.2023 eine Woche der Inklunauten. Insgesamt gab es 5 verschiedenen Veranstaltungen an 5 verschiedenen Orten in Potsdam Mittelmark zum Thema Solidarität, Toleranz und Barrierefreiheit. Die AWO Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen und die AWO Beratungsstelle Arbeit mit Behinderung begleiteten alle 5 Tage mit einem Tourbus, um mit Menschen über Inklusion und Barrieren ins Gespräch zu kommen. Es ging dabei darum, Barrieren in den sehr unterschiedlichen Lebensbereichen aufzuzeigen und Ideen zu entwickeln, wie wir alle gemeinsam in einer toleranten und solidarischen Gemeinschaft diese Barrieren abbauen können. Inklusion meint uns alle. Alle möchten teilhaben an unserer Gesellschaft, möchten mitbestimmen und zwar bei allen Fragen oder Dingen, die uns betreffen und interessieren. Barrieren können dabei sehr vielfältig sein bei Finanzen, Bildung oder der Verständigung. Aus den mit dem Tourbus geführten Interviews wird ein Forderungskatalog für mehr Inklusion im Landkreis PM zusammengestellt, der dann an den Landkreis und die Landesregierung übergeben wird.

Der Film zu der ganzen Woche wird im Internet auf der Webseite kis-pm.de veröffentlicht. Insgesamt war die Allee der Inklunauten in PM ein sehr gelungenes Beispiel der gesellschaftlichen Mobilisierung und ein Experiment der träger- und akteursübergreifenden Zusammenarbeit, das nur mit einem guten Mix an professionellem und ganz viel ehrenamtlichem Engagement gelungen ist. Es wurde unterschiedlich starkes Interesse an Inklusion erlebt. Wie es nun aber weitergehen kann und soll mit den Inklunauten wird gemeinsam beraten. (M. Siggel / BCVS)

Die Veranstaltungen fanden in Werder/Havel, Beelitz, Ziesar, Bad Belzig und Teltow statt. Aus den Begegnungen und Gesprächen wurde ersichtlich, dass in Potsdam Mittelmark bereits viele positive Entwicklungen zu erkennen sind. Zum Beispiel hatten in der Kreisverwaltung im Jahr 2022 5,9 % der Beschäftigten einen Schwerbeschädigten Status und einige Kultureinrichtungen, wie das Naturkundemuseum in Raben sind bereits weitestgehend barrierearm umgesetzt. Dennoch gibt es viele Herausforderungen für eine inklusive Zukunft im Landkreis Potsdam Mittelmark. Aus den Gesprächen mit interessierten Bürgern und Bürgerinnen haben sich folgende Forderungen ergeben.

Forderungen Inklusion

Aktionswoche Potsdam-Mittelmark

ALLE DABEI!!!

1. Mitbestimmung und Teilhabe

1.1. Erarbeitung eines Aktionsplanes „Inklusion“ mit quantifizierten zeitlichen und inhaltlichen Zielen sowie Schritten der jeweiligen Akteure. Es wird ein Gremium in Potsdam Mittelmark als Feedbackgruppe eingerichtet. Sie diskutiert auf der Grundlagegemeinsamer Inklusionsziele die jeweiligen Umsetzungsfragen kontinuierlich.

1.2. Mit dem § 23 der Hauptsatzung wurde bereits eine gesetzliche Grundlage für einen Behindertenbeirat geschaffen. Unterstützen Sie uns dabei diesen Behindertenbeirat für den Landkreis aktiv ins Leben zu rufen, sodass dieser mit den nächsten Kreistagswahlen im September 2024 gewählt werden kann. Der Beirat ist beider Ausgestaltung und Umsetzung des Aktionsplanes beteiligt und steht dem Landkreis bezüglich der Belange von Menschen mit Behinderung beratend zur Seite steht.

2. Infrastrukturen, Bildungs- und Freizeitangebote so gestalten, dass alle teilhaben können

2.1. Der Landkreis wirbt und unterstützt die barrierefreie Ausgestaltung der flächendeckenden Kulturangebote, Bildungseinrichtungen und Freizeitstätten, um einen Zugang für alle Bürger und Bürgerinnen zu gewährleisten. Der Behindertenbeirat berät den Landkreis bei der Ausgestaltung zukünftiger Nahverkehrsplanungen, Arztpraxen sowie Bildungs- und Freizeitangeboten.

3. Sensibilisierung von klein auf:

3.1. Der Landkreis unterstützt und wirbt für den Aufbau von Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen bezüglich des gemeinsamen Lernens und gemeinsamer Freizeitgestaltung von Menschen mit und ohne Behinderung.

3.2. Der Landkreis führt in Gemeinschaft mit anderen Trägern einen eigenen „Schuleohne Barrieren“ Preis ein, der erfolgreiche und kreative inklusive Lösungen auf Einzelschulebene belohnt.

BERUFLICHE CHANCENGLEICHHEIT

4. Arbeit inklusiv

4.1. Der Landkreis unterstützt die Sensibilisierung von Unternehmen zum Thema Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Die Behindertenbeauftragte des Landkreises initiiert den Aufbau von Netzwerken und Gremien zwischen Unternehmen, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und anderen Berufsverbänden, um barrierefreie Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu schaffen.

4.2. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark liegt mit 5,9% der Beschäftigten mitschwerbeschädigten Status bereits über den geforderten 5%. Diese inklusive Einstellungspraxis der Kreisverwaltung soll dauerhaft etabliert und zukünftig ausgebaut werden. Das heißt, dass alle Abläufe rund um die Personalgewinnung und-beschäftigung barrierefrei gestaltet sind, so dass Menschen mit und ohne Behinderung die gleichen Zugänge haben.

 

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